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S+P Compliance · Geldwäscheprävention

Was ist ein PEP? Abklärung des PEP-Status nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG

Verpflichtete müssen mit angemessenen, risikoorientierten Verfahren klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen, Familienmitglieder oder bekanntermaßen nahestehende Personen sind. Der Beitrag zeigt, was das Gesetz verlangt, und geht an zwei Fällen durch, in denen die Abklärung des PEP-Status schwierig wird: dem unklaren Screening-Treffer und der Bewertung nach Amtsende.

  • Version 1.0
  • Stand der Auswertung: 06.10.2026
  • 4 Quellen
  • Lesezeit: 12 Minuten

01

Kernergebnisse

Leitfrage: Was verlangt § 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG, wann folgt daraus die verstärkte Sorgfalt nach § 15 GwG, und was tust du, wenn die Lage nicht eindeutig ist?

Die Abklärung des PEP-Status gehört zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten. Die verstärkte Sorgfalt setzt erst ein, wenn der PEP-Status festgestellt ist. Das Gesetz schreibt dafür kein bestimmtes Verfahren vor, sondern verlangt Angemessenheit und Risikoorientierung.[1] Ab dem 10. Juli 2027 gilt zusätzlich die Verordnung (EU) 2024/1624 unmittelbar.[4]

K1Personenkreis

Geprüft wird mehr als der Vertragspartner

Die Abklärung des PEP-Status erstreckt sich auf wirtschaftlich Berechtigte, Familienmitglieder und bekanntermaßen nahestehende Personen. Wer nur den Vertragspartner scannt, prüft einen Teil der Pflicht.

K2Zeitpunkt

Vor Beginn, danach laufend

Der PEP-Status wird vor der Begründung der Geschäftsbeziehung geklärt (§ 11 Abs. 1 GwG) und gehört danach zur kontinuierlichen Überwachung. Feste Intervalle nennt das Gesetz nicht.

K3Bestätigung

Erst der bestätigte PEP-Bezug löst die Pflichten aus

Ein Screening-Treffer ist zunächst nur ein Verdachtsmoment. Steht der Bezug fest, folgen Zustimmung der Führungsebene, Herkunft der Vermögenswerte und verstärkte Überwachung (§ 15 Abs. 4 GwG). Wie du einen unklaren Treffer klärst, zeigt Fall 1.

K4Amtsende

Zwölf Monate sind eine Untergrenze

Das spezifische Risiko ist nach Amtsende mindestens zwölf Monate zu berücksichtigen, bis es nicht mehr besteht (§ 15 Abs. 7 GwG). Wann das der Fall ist, musst du begründen (Fall 2).

English summary
Section 10(1) no. 4 of the German Anti-Money Laundering Act (GwG) requires obliged entities to determine, using appropriate risk-based procedures, whether a contracting party or beneficial owner is a politically exposed person (PEP), a family member or a known close associate. Enhanced due diligence under section 15 GwG follows once such a status is established. For former PEPs, the specific risk must be taken into account for at least twelve months after leaving office and for as long as it persists. Regulation (EU) 2024/1624 applies from 10 July 2027.

02

Rechtsrahmen und Personenkreis

Das GwG setzt die Richtlinie (EU) 2015/849 in der Fassung der Richtlinie (EU) 2018/843 um.[2][3] Nach Art. 20a dieser Richtlinie führen die Mitgliedstaaten Listen wichtiger öffentlicher Ämter, die die Kommission konsolidiert veröffentlicht. Für die Prüfung sind sie die naheliegende Primärquelle.

Was ist ein PEP?

Als PEP gilt, wer ein hochrangiges wichtiges öffentliches Amt auf internationaler, europäischer oder nationaler Ebene ausübt oder ausgeübt hat, oder ein vergleichbar bedeutsames Amt unterhalb der nationalen Ebene (§ 1 Abs. 12 GwG). Die Aufzählung im Gesetz reicht von Regierungsmitgliedern und Parlamentariern über Führungsgremien politischer Parteien, oberste Gerichte, Rechnungshöfe und Zentralbanken bis zu Botschaftern, Leitungsorganen staatseigener Unternehmen und internationaler Organisationen. Sie ist nicht abschließend.[1]

Tabelle 1: Wen die Abklärung des PEP-Status erfasst

GruppeKern der RegelungFundstelle
PEPHochrangige Ämter, auch ehemalige; vergleichbare Ämter unterhalb der nationalen Ebene§ 1 Abs. 12 GwG
FamilienmitgliederEhe- und Lebenspartner, Kinder und deren Partner, Eltern§ 1 Abs. 13 GwG
Bekanntermaßen nahestehende PersonenBekannte enge Geschäftsbeziehung oder gemeinsame wirtschaftliche Berechtigung mit einer PEP; alleinige wirtschaftliche Berechtigung an einer Struktur, die faktisch zugunsten einer PEP errichtet wurde§ 1 Abs. 14 GwG
FührungsebeneMaßstab für die Person, die einer PEP-Beziehung zustimmt§ 1 Abs. 15 GwG

Bei nahestehenden Personen stellt das Gesetz darauf ab, dass die Beziehung bekannt ist. Praktisch heißt das: Kundenangaben, Treffer und öffentlich zugängliche Informationen auswerten und Anhaltspunkten nachgehen.

03

Ablauf und Nachweise

Die Tabelle führt die Pflichten in der Reihenfolge des Verfahrens auf und nennt je Schritt, was in der Akte stehen sollte und woran sich Lücken erkennen lassen. Die Spalten „Nachweis“ und „Warnsignal“ sind Empfehlungen von S+P Compliance, keine gesetzlichen Mindestanforderungen.

Tabelle 2: Vom PEP-Status bis zur Wiedervorlage

SchrittWas das Gesetz verlangtNachweis in der AkteWarnsignal
1 ZeitpunktAbklärung des PEP-Status vor Begründung der Geschäftsbeziehung oder vor der Transaktion (§ 11 Abs. 1, § 10 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 GwG)Datiertes Ergebnis je PersonKonto aktiv, Ergebnis liegt später vor
2 VerfahrenAngemessene, risikoorientierte Verfahren (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG); Mitwirkung des Vertragspartners (§ 11 Abs. 6 GwG)Strukturübersicht, Kundenerklärung, Screening-Protokoll mit TrefferbewertungNur der Vertragspartner geprüft; Treffer ohne Begründung geschlossen
3 FeststellungFall höheren Risikos (§ 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG); Zustimmung der Führungsebene, Herkunft der Vermögenswerte, verstärkte Überwachung (§ 15 Abs. 4 GwG)Entscheidungsvorlage mit Datum; Belege zur HerkunftZustimmung nach Kontoeröffnung; nur Selbstauskunft als Beleg
4 AmtsendeSpezifisches Risiko mindestens zwölf Monate berücksichtigen, bis es nicht mehr besteht (§ 15 Abs. 7 GwG)Amtsende mit Quelle, Wiedervorlage, Begründung für das EndeEinstufung am Tag des Amtsendes gelöscht
5 BestandKontinuierliche Überwachung und Aktualisierung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG); Aufzeichnung und Aufbewahrung (§ 8 GwG)Aktualisierungsplan, Screening-HistorieScreening nur beim Onboarding

Wen du im Screening mitführst

Die Abklärung bezieht sich auf Vertragspartner und wirtschaftlich Berechtigte. Gesetzliche Vertreter können als fiktive wirtschaftlich Berechtigte gelten, wenn sich kein anderer ermitteln lässt (§ 3 Abs. 2 Satz 5 GwG). Eine pauschale Ausnahme für Fremdgeschäftsführer ohne Gesellschafterfunktion sieht § 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG nicht ausdrücklich vor. Personenbezogene Daten darfst du verarbeiten, soweit das zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten erforderlich ist (§ 11a GwG). Lege die Reichweite je Kundentyp fest und halte die Begründung in der Verfahrensbeschreibung fest.[1]

04

Zwei schwierige Fälle

Beide Fälle sind fiktiv. Sie zeigen, wo die Abklärung des PEP-Status nicht mit einem Häkchen endet. Die Bewertungskriterien sind Gestaltungsempfehlungen von S+P Compliance; die Entscheidung im konkreten Fall trifft dein Haus.

Fall 1: Der Treffer, der weder bestätigt noch ausgeschlossen werden kann

Ausgangslage. Beim Onboarding einer GmbH meldet das Screening für den alleinigen wirtschaftlich Berechtigten einen Treffer: Der Name entspricht dem eines Parlamentsmitglieds eines Drittstaats, die Staatsangehörigkeit stimmt überein, das Geburtsjahr weicht um zwei Jahre ab, der Geburtsort fehlt in der Datenbank.

Das Problem. Ein Falschtreffer ist nicht belegt, ein echter Treffer auch nicht. Der PEP-Status muss vor der Begründung der Geschäftsbeziehung geklärt sein, der Kunde drängt.

Vorgehen.

  • Treffermerkmale gewichten: Geburtsdatum, Wohnsitz, Beruf und Lebensalter im Verhältnis zum Amt. Eine Namensgleichheit allein trägt weder die Bestätigung noch den Ausschluss.
  • Den Kunden gezielt fragen, ob er das Amt ausübt oder ausgeübt hat, und Unterlagen anfordern (Lebenslauf, Beschäftigungsnachweis).
  • Öffentliche Quellen heranziehen: Abgeordnetenverzeichnis, amtliche Funktionslisten, Biografie mit Geburtsdatum.

Drei mögliche Ergebnisse.

  • Bestätigt: Es gilt § 15 Abs. 4 GwG.
  • Ausgeschlossen: Mehrere unabhängige Merkmale sprechen dagegen. Du schließt den Treffer mit einer Begründung, die Merkmale und Quellen nennt.
  • Ungeklärt: „Falschtreffer“ ist hier die falsche Antwort. Der Fall geht in die Eskalation, und die Geschäftsbeziehung wird nicht begründet, solange die Pflichten nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 GwG nicht erfüllt werden können (§ 10 Abs. 9 GwG).[1]

Fall 2: Neun Monate nach Amtsende

Ausgangslage. Ein Bestandskunde, eine Beratungsgesellschaft, hat einen alleinigen wirtschaftlich Berechtigten, der bis vor neun Monaten Minister eines anderen EU-Mitgliedstaats war. Das Amtsende hat der Kunde selbst gemeldet. Seitdem steigen die Zahlungseingänge aus Beratungsverträgen mit Unternehmen, die zum früheren Ressort gehörten. Der Kundenbetreuer möchte die PEP-Einstufung zurücknehmen.

Das Problem. Die Zwölf-Monats-Frist läuft noch drei Monate. Sie ist aber nur die Untergrenze: Nach § 15 Abs. 7 GwG ist das Risiko zu berücksichtigen, bis davon auszugehen ist, dass es nicht mehr besteht.[1]

Bewertung.

  • Amtsende aus einer öffentlichen Quelle bestätigen, nicht nur aus der Selbstauskunft.
  • Fragen, ob der frühere Einfluss fortwirkt: Höhe des Amts, Zuständigkeit des Ressorts, Zusammenhang zwischen Zahlungsquellen und früherem Aufgabenbereich, Länderrisiko.
  • Herkunft der Vermögenswerte und Zweck der Beratungsverträge plausibilisieren.

Ergebnis. Die Zahlungen aus dem früheren Ressortbereich sprechen dafür, dass das spezifische Risiko über zwölf Monate hinaus fortbesteht. Die verstärkten Maßnahmen bleiben dann bestehen; die Entscheidung wird begründet und mit neuem Wiedervorlagedatum abgelegt. Der Wortlaut von § 15 Abs. 7 GwG stellt auf die frühere PEP ab. Wie du Familienmitglieder und nahestehende Personen behandelst, solltest du deshalb ausdrücklich festlegen und an die Entscheidung zur PEP koppeln.

05

Auslagern und Quick-Check

Die Ausführung der Sorgfaltspflichten durch Dritte und die vertragliche Auslagerung regelt § 17 GwG.[1] In der Praxis lässt sich die Aufbereitung auslagern, die Entscheidung nicht:

S+P Compliance bereitet vor und dokumentiert

  • Strukturübersicht mit wirtschaftlich Berechtigten und Prüfliste je Person
  • Screening-Läufe, Trefferdossiers und Bewertungsvorschläge
  • Quellenrecherche, Plausibilisierung der Herkunft der Vermögenswerte, Entscheidungsvorlagen
  • Fristen, Wiedervorlage und revisionsfeste Ablage

Dein Haus entscheidet

  • Einstufung als PEP, Familienmitglied oder nahestehende Person
  • Zustimmung der Führungsebene, Fortführung oder Beendigung der Beziehung
  • Verdachtsmeldung nach § 43 GwG
  • Verfahren, Reichweite und Ende der erhöhten Aufmerksamkeit

Die Auslagerung verlagert die Aufgabe, nicht die aufsichtsrechtliche Verantwortung.

Quick-Check: Wie belastbar ist deine Abklärung des PEP-Status?

Wähle je Feld den Zustand, der am besten passt; die Empfehlung erscheint darunter. Die Auswahl wird weder gespeichert noch übertragen. Eine Gesamtpunktzahl gibt es bewusst nicht: Ein „Offen“ in einem kritischen Feld wiegt schwerer als mehrere „Erfüllt“ in anderen.

F1 Zeitpunkt und Personenkreis

Wird vor Begründung der Geschäftsbeziehung für alle relevanten Personen geklärt, ob ein PEP-Bezug besteht, und das Ergebnis datiert abgelegt?

Noch keine Auswahl

Erfüllt: Prüfe stichprobenartig, ob wirtschaftlich Berechtigte und bekannte nahestehende Personen enthalten sind. Hintergrund: siehe K1.

Teilweise: Ergänze fehlende Personen und Datumsangaben und stelle sicher, dass keine Beziehung beginnt, solange die Abklärung aussteht. Hintergrund: siehe K2.

Offen: Lege fest, an welcher Stelle des Onboardings wer welche Personen abklärt. Hintergrund: siehe K1.

F2 Treffer

Hat jeder geschlossene Treffer eine Begründung, die Merkmale und Quellen nennt?

Noch keine Auswahl

Erfüllt: Prüfe, ob auch ungeklärte Treffer einen Eskalationsweg haben und nicht als Falschtreffer enden. Hintergrund: siehe Fall 1.

Teilweise: Ergänze die Begründung für geschlossene Treffer rückwirkend, beginnend mit den Fällen höheren Risikos. Hintergrund: siehe Fall 1.

Offen: Lege Mindestmerkmale für den Ausschluss eines Treffers und eine Eskalationsstufe für ungeklärte Fälle fest. Hintergrund: siehe Fall 1.

F3 Feststellung

Liegen bei festgestellten PEP die Zustimmung der Führungsebene vor Begründung oder Fortführung, belegte Herkunft der Vermögenswerte und verstärkte Überwachung vor?

Noch keine Auswahl

Erfüllt: Prüfe, ob die Zustimmung datiert vor Begründung oder Fortführung liegt. Hintergrund: siehe K3.

Teilweise: Ergänze Belege zur Herkunft und lege den Umfang der verstärkten Überwachung je Fall fest. Hintergrund: siehe K3.

Offen: Definiere, wer auf Führungsebene zustimmt und welche Unterlagen die Vorlage enthält. Hintergrund: siehe K3.

F4 Amtsende und Bestand

Bleiben ehemalige PEP über die zwölf Monate hinaus im Blick, solange das Risiko fortbesteht, und wird der Bestand aktualisiert?

Noch keine Auswahl

Erfüllt: Prüfe, ob das Ende der erhöhten Aufmerksamkeit begründet und mit Datum abgelegt wird. Hintergrund: siehe K4.

Teilweise: Hinterlege Amtsende und Wiedervorlage und ergänze die Begründung für bereits beendete Fälle. Hintergrund: siehe K4.

Offen: Lege fest, wie ehemalige PEP im System gekennzeichnet bleiben und wer das Ende entscheidet. Hintergrund: siehe K4.

06

Grenzen und Fazit

Die Auswertung beruht auf dem Wortlaut des GwG, den Richtlinien (EU) 2015/849 und 2018/843 und der Verordnung (EU) 2024/1624. Auslegungs- und Anwendungshinweise der Aufsicht, Verwaltungspraxis und Rechtsprechung sind nicht ausgewertet. Für Bewertungsfragen wie in Kapitel 04 solltest du sie heranziehen. Änderungen nach dem Stand der Auswertung sind nicht berücksichtigt; prüfe die Fundstellen vor der Anwendung gegen den aktuellen Gesetzestext. Zur Anpassung des GwG an die AMLR enthält der Beitrag keine Aussage. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

  • Die Abklärung des PEP-Status umfasst den gesamten Personenkreis, nicht nur den Vertragspartner, und liegt vor dem Beginn der Geschäftsbeziehung.
  • Das Gesetz verlangt angemessene Verfahren. Die Qualität zeigt sich bei Treffern, die nicht eindeutig sind, und bei der Frage, wann ein Risiko nach Amtsende entfällt.

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Haben wir einen PEP-Abgleich?“ Sie lautet: „Können wir je Geschäftsbeziehung belegen, wann, wie und mit welchem Ergebnis der PEP-Status geklärt wurde, und wer darauf hin entschieden hat?“

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AML Operations

Screening-Treffer vorbearbeiten, Fallakten führen und Meldeentwürfe strukturieren.

Audit Readiness

Nachweise bündeln und Anfragen steuern, damit die PEP-Akte prüfungsfähig bleibt.

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Häufige Fragen

Was ist ein PEP im Sinne des Geldwäschegesetzes?

PEP steht für politisch exponierte Person. Das GwG erfasst Personen, die ein hochrangiges wichtiges öffentliches Amt auf internationaler, europäischer oder nationaler Ebene ausüben oder ausgeübt haben, sowie Personen mit einem vergleichbar bedeutsamen öffentlichen Amt unterhalb der nationalen Ebene (§ 1 Abs. 12 GwG). Das erhöhte Risiko ergibt sich aus der Möglichkeit, dass Machtpositionen für Korruption oder zur Verschleierung von Vermögenswerten missbraucht werden. Familienmitglieder und bekanntermaßen nahestehende Personen sind ebenfalls einzubeziehen (§ 1 Abs. 13 und 14 GwG).

Wann muss der PEP-Status geprüft werden?

Die Abklärung erfolgt vor der Begründung der Geschäftsbeziehung beziehungsweise vor der Durchführung einer Transaktion außerhalb einer Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2, § 11 Abs. 1 GwG). Danach gehört sie zur kontinuierlichen Überwachung und Aktualisierung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Feste Intervalle nennt das Gesetz nicht; sie sind risikoorientiert festzulegen.

Reicht eine Selbstauskunft des Kunden aus?

Das GwG schreibt kein bestimmtes Verfahren vor, sondern angemessene, risikoorientierte Verfahren (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG). Der Vertragspartner muss die erforderlichen Informationen und Unterlagen beibringen (§ 11 Abs. 6 GwG). Ob die Selbstauskunft genügt, hängt vom Risiko ab. S+P Compliance empfiehlt, sie bei erhöhtem Risiko mit einem Screening und öffentlich zugänglichen Quellen abzugleichen.

Was ist zu tun, wenn eine Person als PEP identifiziert wird?

Der PEP-Bezug ist ein Fall höheren Risikos (§ 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG). Vor Begründung oder Fortführung der Geschäftsbeziehung ist die Zustimmung eines Mitglieds der Führungsebene einzuholen, die Herkunft der Vermögenswerte mit angemessenen Maßnahmen zu bestimmen und die Geschäftsbeziehung verstärkt kontinuierlich zu überwachen (§ 15 Abs. 4 GwG). Das bedeutet nicht, dass jede Beziehung abzulehnen ist: Die Entscheidung trifft die Führungsebene auf Grundlage der Risikobewertung im Einzelfall.

Wie lange bleibt eine Person als PEP relevant?

Ist die Person nicht mehr mit einem wichtigen öffentlichen Amt betraut, ist das von ihr weiterhin ausgehende spezifische Risiko noch für mindestens zwölf Monate zu berücksichtigen. Angemessene und risikoorientierte Maßnahmen sind zu treffen, bis davon auszugehen ist, dass das Risiko nicht mehr besteht (§ 15 Abs. 7 GwG). Die Zwölf-Monats-Frist ist damit eine Untergrenze; das Ende der erhöhten Aufmerksamkeit ist zu begründen und zu dokumentieren.

Übernimmt S+P Compliance die Entscheidung über PEP-Einstufung und Geschäftsbeziehung?

Nein. S+P Compliance bereitet vor und dokumentiert: Treffer werden aufbereitet, Recherchen durchgeführt, Entscheidungsvorlagen erstellt und Fristen überwacht. Einstufung, Zustimmung der Führungsebene, Entscheidung über Begründung, Fortführung oder Beendigung der Geschäftsbeziehung und Verdachtsmeldung nach § 43 GwG bleiben Entscheidungen des Verpflichteten.

Quellenverzeichnis

Der Wortlaut der Originaltexte ist dem Bundesrecht und dem Amtsblatt zu entnehmen.

  • [1] Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz, GwG), insbesondere § 1 Abs. 12 bis 15, § 3 Abs. 2, § 8, § 10, § 11, § 11a, § 15 und § 17. Gesetze im Internet zurück zur ersten Nennung
  • [2] Richtlinie (EU) 2015/849 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2015 zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. EUR-Lex zurück zur ersten Nennung
  • [3] Richtlinie (EU) 2018/843 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 zur Änderung der Richtlinie (EU) 2015/849, insbesondere Art. 20a. EUR-Lex zurück zur ersten Nennung
  • [4] Verordnung (EU) 2024/1624 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024 zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems für Zwecke der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung. EUR-Lex zurück zur ersten Nennung
S+P Compliance§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG · Version 1.0 · Stand 06.10.2026
Was ist ein PEP? Abklärung des PEP-Status nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG
Achim Schulz
Über den Autor

Achim Schulz

Geschäftsführer S+P Compliance & S+P Unternehmerforum · langjährige Vorstands- & Geschäftsführungserfahrung

Achim Schulz kennt die Führungsebene aus eigener Verantwortung – langjährig als Vorstand bei Banken und Geschäftsführer sowie als Interim-Manager in Industrieunternehmen. Diese Doppelperspektive aus Finanzsektor und Realwirtschaft prägt seine Beiträge für CEO, COO und CFO. Er kennt das Zusammenspiel von Geschäftsleitung, Aufsichtsrat und Gesellschaftern aus der Praxis und übersetzt strategische wie aufsichtsrechtliche Anforderungen in umsetzbare, haftungssichere Führungsentscheidungen – praxisnah und auf Augenhöhe mit dem Management.

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